Kleine Chronik der Luise-Rehling-Realschule

 

1923
In der Friedensstraße 26 in Altenhagen wurde die Mittelschule II gegründet.

1943 - 1945

Am 27. Juli 1943 wurden SchülerInnen zusammen mit der Lehrerschaft nach Rügenwalde/Ostpommern – heute polnisch Darłowo – evakuiert. Dies war eine staatliche Maßnahme als Folge der Kinderlandverschickung (KLV) zum Schutz vor Bombenangriffen.

Wegen der Kriegsereignisse und des bevorstehenden Einmarsches der Roten Armee in Rügenwalde begann schon Ende 1944 eine freiwillige Rückzugbewegung vieler SchülerInnen nach Hagen. Eine größere SchülerInnen-Anzahl und mit ihr die gesamte Lehrerschaft harrte bis zum Abend des 6. März 1945 - am Morgen des 7. März 1945 rückte die Sowjet-Armee ein - in der Wahlheimat aus. Mit dem Kriegsmarine-Schiff „REGULUS“ flüchtete die Gruppe über die Ostsee und wurde nach vier Tagen in Swinemünde – heute polnisch Swinousjcie – auf der Insel Usedom an Land gesetzt. In Swinemünde erlebte sie in der Mittagsstunde des 12. März 1945 im Keller des Notquartiers, der Fontane-Schule (Mädchen-Lyzeum) den 70-minütigen Bombenangriff auf Swinemünde, der einigen Tausend Menschen den Tod brachte. Die Hagener SchülerInnen blieben glücklicherweise alle unversehrt. Am 13. März 1945 wurden sie mit Bussen nach Neubrandenburg befördert, wo mit der Eisenbahn die Weiterfahrt begann. Es ging nachts – um Tieffliegerangriffen zu entgehen – über Hamburg, Bremen, Osnabrück, Münster und Hamm weiter bis Hagen-Kabel. Dort trafen sie am frühen Morgen des 16. März 1945 ein. In der Nacht zuvor hatte Hagen seinen letzten großen Bombenangriff erleben müssen.

1945 - 1947

Mangels eines intakten Schulgebäudes ruht der Mittelschul-Unterricht zwischen Kriegsende 1945 und Ostern 1947

1947
Am 02. April fand die Vereinigung der Mittelschule II Altenhagen mit der Mittelschule I Eilpe (Franzstraße 79) statt. Ab dem 09. April wurden die Schüler beider Schulen in der Franzstraße unterrichtet. Die sehr störanfällige Zentralheizung führte dazu, dass oft in kalten Klassenzimmern gelernt werden musste.
Das Gebäude in der Friedensstraße wurde jahrelang als Wirtschafts- und Ernährungsamt genutzt.
Die "Städtische Knaben- und Mädchen - Mittelschule zu Hagen" wurde von Rektor Karl Hense geleitet.

1950
Nach den Osterferien zog die gesamte Mittelschule in das vollständig renovierte Gebäude in der Friedensstraße 26 um. Wegen der hohen Schülerzahlen reichten die Räume nicht aus, sodass vier Klassen in der Blücherschule (Boelerstraße) unterrichtet werden mussten.

1951
Die oben genannten vier Klassen ziehen als Realschule Oberhagen in die Franzstraße.

1951
Durch den Runderlass vom 21. März wurden die Mittelschulen in NRW in Realschulen umbenannt. In Hagen einigt man sich auf den Namen "Städtische Realschule Altenhagen". Nach der Eröffnung einer dritten und vierten Realschule in Hagen wechselte ein Teil der Schüler von Altenhagen. Nun konnten alle Schüler der Realschule Altenhagen im Gebäude der Friedensstraße untergebracht werden.

1996
Am 29. November fand in der Bürgerhalle zu Hagen eine offizielle Feierstunde zur Umbenennung der Realschule auf den Namen "Luise-Rehling-Realschule" statt. Dieser Termin fiel auf den Vorabend des hundertsten Geburtstages der Hagener Bürgerin Dr. Luise Rehling, die 1964 im Alter von 68 Jahren verstarb.

 

Wir danken Herbert Weber, Einschulungsjahrgang 1941, Mittelschule II in Altenhagen, für das zusätzliche Informationsmaterial zur Chronik der LRR.

 

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