Luise Rehling wurde am 30. 11. 1896 als jüngstes Kind in einer Pfarrersfamilie in Bochum-Harpen, damals eine ländliche Gemeinde, geboren. Ihre drei Geschwister waren wesentlich älter als sie, so dass sie liebevoll umsorgt aufwuchs, aber eben doch immer die kleine Schwester blieb, die sich die gutgemeinten Ratschläge der Geschwister zeitlebens anhören musste. Ihre Kindheit in dieser Umgebung wurde von zahlreichen Tierfreundschaften begleitet. Besonders gern arbeitete sie im Garten, deshalb erhoffte sie sich nach der Pensionierung ihres Mannes ein ländliches Zuhause. Das wurde leider niemals Wirklichkeit für sie. Eingeschult wurde sie in eine private Vorschule in Bochum, von der sie dann auf ein Lyzeum wechselte. Dem verdankte sie vorzügliche Fremdsprachenkenntnisse, die es ihr ermöglichten, ohne bis dahin im Ausland gewesen zu sein, ihre Reden im Europarat in französisch oder englisch zu formulieren und vorzutragen. Da der Abschluss des Lyzeums nicht zum Universitätsstudium berechtigte, ließ ihr Vater sie sechs Jahre lang privat in Latein unterrichten. Später studierte sie Geschichte, Geographie und Anglistik und schloss ihr Studium mit einer Dissertation über ein außenpolitisches Thema ab. 1917-1919 war sie dann wissenschaftliche Lehrerin am Oberlyzeum in Bochum. In Münster lernte sie 1923 den Pfarrer Kurt Rehling kennen, den sie dann 1925 heiratete. 1928 übernahm er die Luthergemeinde im Bahnhofsgebiet, deshalb zogen sie dann in das große Pfarrerhaus in der Hindenburgstrasse. 1934 erhielt Kurt Rehling wegen seiner Opposition gegen die Kirchenpolitik der Nationalsozialisten Redeverbot und wurde strafversetzt. Weil er nicht ging, sperrte man ihm für ein Jahr sein Gehalt. 1944 versteckten Luise und Kurt Rehling drei aus einem Gefangenenlager ausgebrochene Kriegsgefangene im Keller. Politische Karriere: 1945: Milbegründerin der CDU Hagen, Nov. `45: Ernennung zur Stadtverordneten (Mitglied im Rat der Stadt Hagen, Vorsitzende des Schulausschlusses und Mitglied des Ausschusses für Erwachsenenbildung) 1947: Kandidatur für die Wahlen zum ersten deutschen Bundestag. 1953, 1957 und 1961: erneute Wahl in den Bundestag (Rang zwei hinter Adenauer) Politische Ämter/ Tätigkeiten: Mitglied des Bundesvorstandes der CDU Vorsitzende der Frauenunion Westfalen Lippe Mitglied der CDA (Christliche Demokratische Arbeitnehmerschaft) Deutsche Delegierte im Europarat in Straßburg (stellvertretende Vorsitzende des außenpolitischen und Kulturausschusses) Mitglied einer Kommission der UNICEF (1956) Stellvertretenden Fraktionsvorsitzende der CDU im Bundestag (1964) Stadtverordnete in Hagen und Vorsitzende des Schulausschusses Schwerpunkte ihrer Politischen Arbeit: Bildungs- Schulpolitik Familienpolitik (vor allam Frauen- und Jugendfragen) Außenpolitik (vor allem Westintegration der BRD)Vom 14. April 1964 bis zu ihrem Tode am 29. Mai 1964 war sie stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Fraktion.

 

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